URBAN EXPLORER
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 Poster
Titel: Urban Explorer
Originaltitel: Urban Explorer
Genre: Horror, Survivalhorror
Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe - FSK
Land/Jahr: Deutschland 2011
Regie: Andy Fetscher
Drehbuch: Martin Thau
Produzenten: Oliver Thau, Martin Hellstern, Felix Wendlandt
Darsteller: Nathalie Kelley, Nick Eversman, Klaus Stiglmeier, Max Riemelt, Catherine de Léan, Brenda Koo, Adolfo Assor, Johannes Klaußner, Andreas Wisniewski
Laufzeit: ca. 94 Min.
Kinostart: 20. Oktober 2011
3D-Format: -
Verleih: Summiteer Films GmbH
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Uncut: [X] Ja [ ] Nein [ ] Unklar
Kurzinhalt des Films:
Neugierig darauf, die verbotenen Bereiche unter der deutschen Hauptstadt zu erkunden, bricht eine Gruppe von vier internationalen Urban Explorern, die sich zuvor noch nie gesehen haben, zusammen mit ihrem lokalen Führer auf. Gemeinsam durchqueren sie ein schauriges Labyrinth von Tunneln und unterirdischen Gängen auf der Suche nach dem versiegelten "Fahrerbunker" und seinen verbotenen Nazigemälden. Als der Anführer der Truppe fällt und sich das Bein bricht, begeben sich zwei Frauen aus der Gruppe verzweifelt auf die Suche nach Hilfe, während Denis, ein junger Amerikaner und seine lateinamerikanische Freundin Lucia bei dem Verletzten zurück bleiben. Und in dieser Situation taucht Armin auf, ein redseliger Wächter der Unterwelt, der hilfsbereit scheint und sie zu seinem Unterschlupf mitnimmt, wo für alles gesorgt werden soll...
Trailer:
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Eindruck: Review von S. Notbom - Prüfungsmedium: Presse-DVD Mit freundlicher Unterstützung der Pressebetreuung
Urban Exploring ist so etwas wie eine neue Trendsportart, bei der Wissbegierige in alte, verfallene und stillgelegte Gebäude eindringen und oft auch Fotos ihrer Exkursionen im Internet veröffentlichen. In Berlin geht dies natürlich sehr gut, auf zahlreichen verlassenen Fabrikgeländen oder tatsächlich im durch die Nazis ausgebauten Untergrund, der zu großen Teilen immer noch unerforscht ist, da schwer zugänglich. Und auf diesem (teilweise illegalen) Weg ist es Regisseur Andy Fetscher (u.a. BUKAREST FLEISCH) gelungen, zusammen mit seinen Schauspielern und der Crew, beeindruckende Bilder des berliner Untergrunds einzufangen, die insgesamt zwar sehr dunkel, aber dennoch angenehm zu betrachten sind. Die Beleuchter haben hier einen wirklich guten Job geleistet und vor allem sehr beengte Set-Passagen lassen ein ähnlich mulmiges Gefühl wie beim Höhlenhorrorfilm THE DESCENT aufkommen. Die Kameraführung präsentiert sich gekonnt verwackelt in dokumentarischem Stil. Zudem ist die ausgeprägte, fast schon zelebrierte Schmuddelästhetik eine tragende Kraft des Films, bei dem auch der Härtegrad nicht zu kurz kommt. Die Härte von URBAN EXPLORER entfaltet sich zwar eher im Kopf der Zuschauer (durch die ausweglose Situation, in der sich die Protagonisten befinden), zwei-drei ziemlich deftige Szenen sind aber im Gesamtpaket enthalten, die eine FSK-Freigabe ab 18 Jahren durchaus rechtfertigen...
Im O-Ton wirkten die jungen Darsteller überzeugend auf uns. Das ist aber nicht verwunderlich, denn es handelt sich bei ihnen um Native Speakers, die, ihren Rollen entsprechend, im wahren Leben tatsächlich aus den jeweiligen Ländern stammen. Gedreht wurde also auf englisch, aber nicht mit deutschen Schauspielern, die durch gerochenes Englisch versuchen den Film krampfhaft auf international zu trimmen. Viele Dialoge werden im O-Ton aber auch auf deutsch geführt... Einzig dem Bösewicht Armin (Klaus Stiglmeier) wird von bösen Zungen nachgesagt er spreche mit bayrischem Akzent, was uns aber nicht direkt unangenehm aufgefallen ist. Und in schauspielerischer Hinsicht hat uns genau diese Rolle am besten gefallen, vor allem weil man solch einen fiesen (vom Verhalten und von der Optik her) Bösewicht nur selten unmaskiert in derartigen Survivalhorrorfilmen sieht. Ein kleiner Wermutstropfen ist aber, dass der Killer, in bester Slasher-Manier, leider etwas zu viel wegsteckt. Positiv ist hingegen zu bemerken, dass die jungen Abenteurer alles dran setzen ihm den Gar aus zu machen und nicht immer sofort wegrennen, sobald er mal niedergeschlagen oder kurz aufgehalten wurde...
Es dauert ungefähr 45 Minuten bis URBAN EXPLORER vollends in Fahrt kommt. In der ersten Hälfte wirkt aber vor allem das düstere Setting bedrohlich auf die geneigten Zuschauer, "spannend aufgelockert" durch eine Begegnung mit zwei Neonazis und ihrem Kampfhund, bei der ein kleiner Kalauer von Seiten des einheimischen Guides ("Ich bin der Führer.") natürlich nicht fehlen darf.
Kleinere Logikfehler sind wir aus derartigen Horrorfilmen gewohnt und tatsächlich gehören sie auch irgendwie zum Genre. Vor allem befindet man sich als Zuschauer in sicherer Entfernung zum Geschehen und sieht oft Dinge/erkennt Möglichkeiten, die den Adrenalin-getriebenen Opfern nicht auffallen. Hier können wir guten Gewissens ein Auge zudrücken... Vor allem wäre es ohne einen bestimmten Logikfehler nicht zu einer guten und sehr gemeinen Szene in der U-Bahn gekommen, aber wir möchten nicht zu viel verraten... Was zählt ist, dass URBAN EXPLORER sehr gut unterhält, sofern man mit den Subgenres Survival- und Backwoodhorror (im übertragenen Sinne) etwas anfangen kann und auf das merkwürdig heimelig anmutende Setting steht, das gewissermaßen schon in CREEP Hauptbestandteil der der Geschichte war. Allerdings strotzte CREEP vor gravierenden Logikfehlern, die das Sehvergnügen erheblich beeinträchtigten, und sollte nicht mit URBAN EXPLORER verglichen werden!
Fazit: URBAN EXPLORER erfindet das Rad nicht neu, ist unserer Meinung nach aber einer der besten deutschen Genrefilme und kann sich durchaus international messen. Noch nie wurde harter Survivalhorror hierzulande so gut umgesetzt, mit einem richtig fiesen Bösewicht, der ohne Maske das Fürchten lehrt. Wir wollen mehr davon, Herr Fetscher!
Wir geben stolze 5 von 6 Sternen
     
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Press Pictures
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