 DVD
Titel: Rohtenburg
Originaltitel: Rohtenburg
Genre: Drama, Kannibalen, Horror
Altersfreigabe: keine Jugendfreigabe - FSK
Land/Jahr: Deutschland 2006
Regie: Martin Weisz
Drehbuch: T.S. Faull
Produzenten: Vanessa Coifman, Andreas Schmid, Marco Weber, Stefan Sonnenfeld
Darsteller: Keri Russell, Thomas Kretschmann, Thomas Huber, Rainier Meissner, Angelika Bartsch, Alexander Martschewski, Nils Dommning, Marcus Lucas, Pascal Andres
DVD (Verleih & Verkauf)
Verleih: Senator
Kinostart: 18.06.2009
Verleihstart: 26.08.2009
Verkaufstart: 25.09.2009
Verpackungen: Amaray
Discs enthalten: 1 x DVD
Ton: • Deutsch: DD 5.1, DTS • Englisch: DD 5.1
Untertitel: n/a
Bildformat: 2,35 : 1
Laufzeit: ca. 88 Min.
Uncut: [X] Ja [ ] Nein [ ] Unklar
Extras:
• Making of
• Interview
• B-Roll
• Trailer
Kurzinhalt des Films:
Für den Abschluss ihres Studiums der Kriminalpsychologie hat sich die junge Amerikanerin Katie ein bizarres Thema ausgesucht: Sie will herausfinden, was Oliver Hartwin zu dem notorischen Mörder in der Geschichte der Bundesrepublik werden ließ. Im Internet hatte Hartwin nach einem Partner gesucht, der sich freiwillig von ihm töten und danach verspeisen lassen würde. Simon Grobeck hatte sich bereit erklärt und gab sein Leben in einem bizarren Akt des Selbstopfers. Im Heimatdorf von Hartwin beginnt Katie ihre Spurensuche. Sie findet Indizien für ein isoliertes Leben in Einsamkeit unter der Knute einer dominanten Mutter, für verzweifelte Ausbruchsversuche aus der Umklammerung und Einöde, für immer weiter ausufernde Gewaltfantasien. Und schließlich wird ihr anonym ein Video zugespielt. Darauf hat Hartwin die letzten Stunden im Leben von Simon Grobeck minuziös festgehalten...
Trailer:
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Eindruck: Review von S. Notbom - Prüfungsmedium: Leih-DVD
ROHTENBURG von THE HILLS HAVE EYES 2-Regisseur Martin Weisz wurde knapp drei Jahre lang auf Grund eines vom echten "Kannibalen von Rotenburg" - Armin Meiwes - erwirkten Gerichtsurteil zurückgehalten, da dieser die Filmrechte bereits an jemand anderen verkauft habe. Und tatsächlich hält sich Martin Weisz ziemlich genau an die wirkliche Geschichte, auch wenn die Namen und einige Details umgeändert wurden. Die Story ähnelt verblüffend der von Armin Meiwes selbst in einem Interview wiedergegebenen Aussagen, zu sehen in der Dokumentation DER KANNIBALE VON ROTENBURG. Der von Meiwes selbst favorisierte Film ist also TAGEBUCH EINES KANNIBALEN, in dem es deutlich mehr explizite Gewaltdarstellung zu sehen gibt.
Oliver Hartwin (hier der Kannibale) wird grandios gut vom deutschen Schauspieler Thomas Kretschmann verkörpert, der u.a. auch eine gewisse Ähnlichkeit mit Armin Meiwes hat. In ROHTENBURG wird sehr sensibel mit dem Thema umgegangen, gefasst in eine Rahmenhandlung über eine junge Journalistik-Studentin, die aber zugegebener Maßen eine weniger große Rolle spielt. Vor allem interessant ist die Tatsache, wie viele junge Männer sich auf Olivers Anzeigen bewarben, dann aber (im wahrsten Sinne des Wortes) vorzeitig den Schwanz einziehen, da sie die ganze Sache lediglich für ein abgedrehtes Sexspielchen hielten. Oliver wird daraufhin vorsichtiger und lernt den labilen Simon kennen, mit dem er über einen langen Zeitraum Schriftverkehr betreibt, bis es endlich zum lang ersehnten Treffen kommt...
Technisch wurde ROHTENBURG sehr gut in Szene gesetzt, und vor allem sehr düster gehalten. Viele Tiefenschärfen vermitteln die Stimmungen der Protagonisten... Wer hier ein blutrünstiges Schlachtfest erwartet, der ist aber leider an der falschen Adresse, denn ROHTENBURG ist ein sehr dialoglastiger, schwermütiger und bedächtiger Film.
Die DVD von Senator (es gibt auch ein Bootleg) ist bestückt mit einem Making of und einem interessanten Interview mit Schauspieler Thomas Kretschmann, der bereits mit vielen der aller größten Regisseure unserer Zeit zusammengearbeitet hat. Die Bild- und Tonqualität ist sehr gut. Da es sich aber um einen deutschen Film handelt, der auf englisch gedreht wurde, wirkt es etwas befremdlich, dass sich die Schauspieler selbst synchronisiert haben.
Fazit: Für Filmfans, die interessiert an einem kleinen und glaubwürdigen Einblick in die tiefen Abgründe menschlicher Seelen sind, ist ROHTENBURG einmalig empfehlenswert. Einmal anschauen reicht dann aber auch tatsächlich. Da der Film technisch sehr gut gemacht ist, und seine Schauspieler auf ganzer Linie überzeugen können, verdient er einfach eine verhältnismäßig gute Wertung, auch wenn manch ein Horrorfan eher gelangweilt aus der Wäsche schauen dürfte.
Wir geben überdurchschnittliche 4 von 6 Sternen:
     
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