Der junge Mark erwacht in einem verschlossenen, tresorartigen Raum und kann sich nicht erklären, wie er in diese Situation geraten ist. Weil er einen üblen Streich seiner Kollegen vermutet, nimmt er die Situation zunächst mit Galgenhumor. Doch nach mehreren Tagen ohne Wasser und Nahrung muss er sich eingestehen: Niemand wird ihm helfen, wenn er nicht selbst etwas unternimmt. Die massive eiserne Tür erweist sich als unüberwindlich, aber es gelingt Mark unter unsäglichen Mühen, ein Loch in die Betonwand zu meißeln. Endlich atmet er auf, denn jenseits der Mauer ist es hell. Winkt dort die Freiheit? Als Mark sich durch das Loch zwängt, wird ihm schlagartig klar: Der Albtraum hat gerade erst begonnen.
Eindruck: Review von M. Hermann & S. Notbom Prüfungsmedium: Kino & Presse-DVD Mit freundlicher Unterstützung von KSM & Stephen Manuel
Nach dem vielversprechenden Trailer waren wir doch etwas enttäuscht von der eher belanglos dargestellten Problematik, in der sich Schauspieler und Produzent Axel Wedekind in seiner Rolle als Mark befindet. Ja, wir möchten das deutsche Kino unterstützen! Jedoch verfügt IRON DOORS 3D über keine aufregenden Ecken und Kanten und wird im Verlauf immer willkürlicher. Dem berühmten Genrekollegen CUBE gelang es auch, trotz einem Budget von lediglich 365.000 $ (inkl. aufwändiger Computereffekte), auf minimalistische Art und Weise eine sehr beklemmende Atmosphäre zu erzeugen... Okay, IRON DOORS 3D - von Regisseur und Produzent Stephen Manuel - wurde mit nur 80.000€ Eigenkapital produziert, das teuerste daran war aber sicherlich die Umrechnung vom 2D- ins 3D-Format. Und die 3D-Effekte waren schon im Kino leider so gut wie gar nicht bemerkbar...
Ein junger Mann erwacht ohne Erinnerung in einer Art Bunkerraum und weiß weder was er tun soll, noch wie er dahin gekommen ist und wie er dort hinaus kommt... Diese Grundidee ist auch weniger eingefleischten Genrefans bekannt. Interessant ist, dass der Film tatsächlich mit nur zwei Schauspielern auskommt: Zuerst dreht sich alles um den hysterischen und recht vulgären Mark, der im Verlauf eine fremdsprachige Frau in einem der kargen Bunkerräume findet, deren Name er aber, bedingt durch die Sprachbarriere, nicht erfahren kann.
Über die Charaktere erfährt man in IRON DOORS 3D nicht viel. Stattdessen hat man sich auf das Gefangensein zwischen kargen Zementwänden und die Möglichkeiten zur Flucht aus eben diesen konzentriert. Dabei fallen dem Zuschauer sehr schnell die oftmalig sehr vulgäre Ausdrucksweise ("Wichser, verdammt! Fuck!"), die flachen Witze (Er: "Heute nicht, Schatz. Ich habe Migräne.") und die teilweise übertriebene Darstellung von Marks Gefühlen auf. Das ist alles schön und gut (und in Marks Situation durchaus angebracht), allerdings auf eine komische Art und Weise "unangenehm deutsch" dargeboten, was vielen hiesigen Kinobesuchern, bzw. Käufern, eine leichte Schamesröte ins Gesicht treibt. Vor allem wenn man daran denkt, dass sich IRON DOORS 3D auch international messen wollte (er wurde immerhin in Englisch gedreht und auf Deutsch synchronisiert).
Übersehen darf man aber nicht die gute Arbeit des Kameramanns und die technische Versiertheit des Regisseurs! Die grauen Bunkerwände wurden durch interessante Kameraschwenks und -perspektiven zu einer visuell durchaus ansprechenden Kulisse, was unter solch minimalistischen Bedingungen sicherlich keine leichte Arbeit war. Zudem spiegelt dieser Film sehr gut wieder, wie sich ein Mensch in solch einer Extremsituation entwickelt und was er riskiert, um sein Leben zu behalten. Man kann tatsächlich sehr gut nachfühlen, was die Protagonisten durchmachen, nicht zuletzt durch die solide schauspielerische Leistung von Axel Wedekind (ganz abgesehen von den eher peinlichen Emotionsausbrüchen) und seiner Mitstreiterin Rungano Nyoni. Als absoluten Tiefpunkt gibt sich aber schlussendlich das Ende zu erkennen, welches zwar einerseits erwartet und bekannt erscheint, andererseits aber auch absolut unrealistisch und überzogen ist... Das offizielle Ende hat unsere Wertung tatsächlich noch einmal um einen guten Punkt (unserer Skala entprechend) gedrückt. Geschmackssache hin oder her.
An der Gesamtqualität der Heimkinoveröffentlichungen durch KSM gibt es nichts auszusetzen. Die Disc (DVD, Blu-ray oder Blu-ray 3D) verfügt über ordentliche Extras. Lediglich das uns von Stephen Manuel versprochene alternative (und vielleicht bessere) Ende scheint zu fehlen... Und dann ist das ja noch der Punkt mit der nicht ganz so tollen "deutschen Synchronisation" dieses "deutschen Films".
Fazit: So sehr wir Stephen und Axel schätzen, so leid tut es uns nicht über unseren Schatten springen können und IRON DOORS eine positive Wertung zu geben. Der 3D-Effekt war schon im Kino gleich Null und der Film zieht sich ziemlich, bis hin zum sehr abgefahrenen und kitschigen Ende. Trotz der technisch guten Umsetzung (in 2D) ist dieses Werk für zahlende Kunden ein ziemlicher Griff ins Klo. Stylische Bilder allein reichen nicht...